Im Fokus: Het Muziektheater Amsterdam

Es ist das Stammhaus für eine der weltweit führenden Ballettkompanien, Het Nationale Ballet, und für die nationale Operngesellschaft, De Nederlandse Opera. Eröffnet wurde das Musiktheater im Jahre 1986. Doch bis zur Eröffnung war es ein langer Weg.


Geschichte des Musiktheaters

Het Muziektheater Amsterdam ist ein junges Theater mit einer langen Vorgeschichte. Die Planung für den Bau eines Theaters liefen parallell zur Planung für den Bau eines neuen Rathauses. Die ersten Diskussionen im Amsterdamer Gemeinderat über den Bau eines neuen Rathauses und einer Oper datieren aus dem Jahre 1915. Intensiv sprach man seinerzeit über ein Gebäude für eine Oper. Ballett war in jenen Tagen noch eine relativ unbekannte Kunstform.

Über den Ort, an dem das Rathaus und das Operngebäude gebaut werden sollten, gab es im Laufe der Zeit unterschiedliche Ansichten. Die Idee der Unterbringung beider Institutionen in einem Komplex kam erst viel später auf die Tagesordnung.


Vorgeschichte Rathaus

Als Standort für ein neues Rathaus kamen der Reihe nach die Orte de Sam, Frederikdplein und der Waterlooplein in Betracht.

Der Gemeinderat von Amsterdam gab 1955 dem Architektenteam Berghoef und Vegter den Auftrag für einen Konzeptentwurf für ein Rathaus am Waterlooplein. Das Konzept wurde für gut befunden, aber 1964 beendete die Gemeinde die Zusammenarbeit, weil der endgültige Entwurf vollständig von den ursprünglichen Vorstellungen abwich. 1967 wurde ein Architekturwettbewerb für einen neuen Entwurf ausgelobt. Gewinner dieses Wettbewerbes war der Wiener Architekt Wilhelm Holzbauer. Finanzielle Probleme der Gemeinde waren jedoch der Grund dafür, dass die Pläne für ein neues Rathaus mehrere Jahre auf Eis gelegt werden mussten.


Vorgeschichte Oper

Auch das Operngebäude machte eine Reise durch die Stadt: Museumplein, Frederijksplein, Waterlooplein, Ferdinand Bolstraat und zum Schluss wieder der Waterlooplein. Es ist sogar einige Zeit von einer versetzbaren Oper die Rede gewesen.

Ingenieur Bijvoet wurde 1956 damit beauftragt ein Operngebäude für den Frederijksplein zu entwerfen. 1961 mußte er seinen Entwurf in die Ferdinand Bolstraat “umziehen” lassen. Die Gemeinde Amsterdam genehmigte 1967 die Baupläne, aber trotz alledem ging es nicht voran.

Es sollte noch über zehn Jahre dauern, bis wieder Bewegung in die Pläne für ein neues Rathaus und eine neue Oper kommen sollten. Ende der siebziger Jahre führten beide Projekte jeweils in eine Sackgasse.


Die Umsetzung eines Gemeinschaftsprojektes

Die Projekte bekamen erst wieder eine Perspektive, als Architekt Holzbauer dem Gemeinderat empfahl, beide Objekte, das Rathaus und Operngebäude, in einem gemeinsamen Komplex zu realisieren. Der Gemeinderat übernahm die Idee und stellte sie der Regierung vor. Diese reagierte positiv und beschloss eine weitere Ausarbeitung dieser Idee. In der Zwischenzeit stand fest, das neben De Nederlandse Opera auch Het Nationale Ballet als feste Ensembles ihr Zuhause in dem neu zu bauenden Theater bekommen sollten.

Ende 1979 starb Ingenieur Bijvoet und an seine Stelle trat Architekt Cees van Dam. Der “Club der 100″ wurde gegründet. Mit Seiten füllenden Anzeigen setzte dieses Kommitee die Politik unter Druck, um den kombinierten Bau eines Rathauses und Musiktheaters voranzutreiben. 1980 stimmten Bürgermeister und Abgeordnete dem Entwurf  zu. 1981 gaben auch die Provinzregierung der Provinz Nordholland und die Krone ihre Zustimmung.

Die Grundsteinlegung wurde von Protesten begleitet. Die Protestaktionen bekamen den Namen: “Van Stopera naar Slopera” (ein Protest der Hausbesetzer gegen das Projekt). Der Baubeginn wurde einen Monat ausgesetzt, aber danach wurde endgültig mit dem Bau begonnen. Am 23. Oktober 1986 wurde das Musiektheater offiziell eröffnet. Anfang September 1986 bezog die Gemeinde Amsterdam ihr neues Rathaus. Im selben Jahr kehrte auch der berühmte Markt auf dem Waterlooplein an seinen ursprünglichen Ort zurück. Er hatte während der Bauarbeiten für das Theater an einen anderen Ort, die Rapenburgerstraat, ausweichen müssen.



©Foto: Esther Seijmonsbergen

Architektur

Wilhelm Holzbauer und Cees Dam, die Architekten zweier getrennter Bauprojekte, nämlich eines Rathauses und eines Musiktheaters, standen vor der nicht einfachen Aufgabe, aus zwei getrennten Bauprojekten eines zu machen. Die räumliche und funktionelle Verschmelzung von Rathaus und Musiktheater fand vor allem auf begehbarem Grund statt, wo die Wege innerhalb des Gebäudes dafür sorgen, das das Gebäude mit dem Leben der Innenstadt verbunden wird.

Architektonischer Höhepunkt des Musiktheaters ist die zur Amstel hin geschwungene Vorderseite des Theaters. Dahinter liegt der Saal mit seinem 14 Meter hohen, rundlaufendem Foyer. Hier ist auch der Haupteingang. Durch den Glasgiebel ergibt sich vom Foyer aus eine prächtige Panoramaaussicht auf die Amstel. Die raumschaffende Einteilung des Gebäudes und die Niveauunterschiede bewirken eine spielerische Vermischung von Innen- und Außenraum.

Die Aussenseite des Theaters ist mit Backstein, teilweise unterbrochen durch Carrara Marmor, verkleidet. Während die Innengiebel aus metallenen Brüstungen und Glas bestehen.

Der Theaterturm ist mit einer Linienführung aus blauglasiertem Backstein und am oberen Rand mit einem goldenen Kachelrand versehen, der abends beleuchtet wird. Quelle: Homepage Het Muziektheater

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