Kabarettduo Trockenes Brot


Foto: Bob Bronshoff

Das niederländische Kabarettduo Droog Brood (Trockenes Brot) ist keineswegs dröge, wie es der Name vermuten lassen könnte. Ganz im Gegenteil. Die Besucher eines Theaterabends mit dieser Kabarettgruppe kommen meist aus dem Lachen nicht mehr raus.  Dabei kann es schon einmal passieren, dass ihnen das Lachen vergeht.

Droog Brood sind Bas Hoeflaak und Peter van de Witte. Beide lernten sich auf der Akademie für Kleinkunst in Amsterdam kennen. Nach ihrer Ausbildung beschlossen sie, als Duo Droog Brood aufzutreten und gewannen im Jahr 2000 den Wim Sonneveldprijs. Dabei handelt es sich um einen Kleinkunstpreis, der alljährlich auf dem Amsterdamer Kleinkunst Festival verliehen wird. Droog Brood zählt mit zu den besten und zur Zeit beliebstesten Kabarettgruppen in den Niederlanden.



Foto: Bob Bronshoff

Themenschwerpunkt ihrer Theaterstücke ist die zwischenmenschliche Kommunikation. Dabei geht es meist um das Unvermögen, vernünftig miteinander zu kommunizieren. Dargestellt werden Szenen, in denen sich der Zuschauer wiedererkennen kann und die vordergründig lustig sind. Alles hat man irgendwie und irgendwann schon einmal selbst erlebt und so übertrieben bis ins Absurde dargestellt kann man nur darüber lachen. Das scheinbar Lustige entpuppt sich aber nicht selten als etwas grausiges Schönes. Der Clou einer Szene ist selten sofort zu erkennen. Er versteckt sich vor dem Betrachter.  So auch in dem Sketch, in dem die beiden Darsteller in die Rolle von Babys schlüpfen. Eines der beiden Kinder ist glücklich und zufrieden. Das andere Kind spielt diesem zufriedenen und in sich ruhendem Kind einen Streich, indem es sein gegenüber zu Tode erschreckt. Eine urkomische und absurde Szenerie mit sehr viel Bezug zur Realität. Diesen Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich)



Foto: Bob Bronshoff

Ein weiterer Sketch, in dem Bas Hoeflaak und Peter van de Witte sich einfach nur so lange Löffelbiskuits in den Mund stecken (und zwar quer), bis sie den Mund so voll haben, dass es eigentlich für das Singen eines Liedes längst zu spät ist… urkomisch. Diesen Sketch im Internet ansehen (keine niederländischen Sprachkenntnisse erforderlich) 


Der Sketch Appel of Oorlog beginnt mit folgender Frage, die Peter van de Witte seinem Gegenüber stellt: “Stell Dir vor, Du musst zwischen drei Alternativen wählen:

a) Du musst in einem Nylon-Trainingsanzug, ohne etwas darunter an, in ein brennendes Gebäude hineingehen und zwanzig Minuten drin bleiben.

b) Du musst auf einen roten Knopf drücken, damit irgendwo am Himmel ein Verkehrsflugzeug explodiert und abstürzt, mit deiner ganzen Familie inclusive angetrauter Familie darin.

c) Du musst zusammen mit Deiner Freundin essen gehen. Wenn Du fertig bist mit dem Essen, musst Du mit Deiner Freundin auch noch ins Kino gehen, um einen Film nach Wahl anzuschauen. Alles wird bezahlt!

Für welche der drei Alternativen entscheidest Du Dich? ”

Nach dieser Frage entsteht ein Dialog zwischen den beiden Darstellern Bas Hoeflaak und Peter van de Witte, der so nicht vorhersehbar ist.

Diesen Sketch im Internet ansehen (niederländische Sprachkenntnisse vorausgesetzt)



Studio Jona/Arjan Benning

Zur Zeit ist Droog Brood mit einem vierten Theaterprogramm “DE KIP MET DE GOUDEN ENKELS (2007)” (Das Huhn mit den goldenen Fesseln), auf den Bühnen niederländischer und belgischer Theater zu sehen.

 

Gezeigt werden Szenen aus Beziehungen und Freundschaften. Mit diesem Programm wurden sie in diesem Jahr sogar für den wichtigsten Kabarettpreis der Niederlande, dem Poelifinario 2008 nomininiert.


Die in Amsterdam erscheinende Tageszeitung Het Parool titelt in einem Artikel von Ruud Buurman über das aktuelle Theaterprogramm: “Humor, der weh tut”  Die gespielten Szenen sind so “erkennbar” und “beinah menschlich” aber “jedes Wort,  jede Geste oder jeder Gesichtsausdruck entwickeln sich in den Szenen zu etwas Irrsinnigem hin.” “Dann tut es weh, und man möchte lieber Abstand halten”.

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