Ein neues Theater für Zwolle

Im September 2006 ist es soweit. In Zwolle (111962 Einwohner in 2005) öffnet ein neu gebautes Theater seine Türen. Das Theater „De Spiegel“.

Was hierzulande eher zu den seltenen Ereignissen zählt, nämlich der Neubau eines Theaters, ist in den Niederlanden Realität. Der Bau des Theaters „De Spiegel“ in der Provinzhauptstadt Zwolle geht einher mit anderen Theater Neu- und Umbauten. 

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist beispielsweise der Theaterneubau Nieuwe Luxor Theater in Rotterdam (Eröffnung Februar 2001), des Theaters Castellum in Alphen aan den Rijn (Eröffnung Frühjahr 2005), des Isala Theaters in Capelle a/d IJssel (Eröffnung September 1999), des Cultureel Centrum de Muze mit dem „Theater in de Muze“ in Noordwijk aan Zee (Eröffnung Juni 2004) oder der Umbau des Bürger- und Kulturzentrums De Meerpaal in Dronten mit darin gleichzeitigem Neubau des Theatersaales (Eröffnung Oktober 2005).

Die Verantwortlichen in Zwolle setzen auf die Kultur und „leisten“ sich neben dem bereits bestehenden Stadttheater „Schouwburg Odeon“ (mit historischem Theatersaal) ein weiteres Theater für ihre Stadt. Entworfen vom renommierten Architekturbüro Greiner und van Goor bv., verspricht dieses Theater ein voller Erfolg und eine kulturelle Bereicherung für die gesamte Region zu werden.

Das Konzept einer einzigartigen Akustik des Theater- und Konzertsaales wurde vom Ingenieurbüro Peutz entwickelt, deren Mitarbeiter über hervorragende spezialisierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Saalakustik verfügen. Das Büro Peutz ist auch für die Saalakustik in der Royal Albert Hall in London verantwortlich. Um die unterschiedlichen Klangwirkungen kennen zu lernen, wurde vorher eigens zu Testzwecken ein maßstabgerechtes Modell gebaut. Besondere Bedeutung hat die Klangqualität deshalb, weil der Saal die unterschiedlichen akustischen Anforderungen bei Konzerten, Schauspiel und Kleinkunst erfüllen soll. Aus diesem Grund wurde eine höhenverstellbare Decke in den Saal eingebaut. Für symphonische Konzerte kann die Decke hochgefahren werden. Es wird eine maximale Klangfülle und Qualität für einen Konzertsaal erreicht. Durch das Hochfahren der Decke werden gleichzeitig die Sitzplätze auf dem dritten Balkon zugänglich gemacht. Beim Schauspiel wiederum ist es nötig, dass die Sprache der Schauspieler sich nicht in den Weiten des Raumes verliert und die Schauspieler von den Zuschauern verstanden werden. Deshalb wird die Decke für Theatervorstellungen abgesenkt und es wird dadurch ein kleinerer Klangraum geschaffen. Je nach Bedarf und Nutzungszweck kann auch die Bühne verkleinert oder vergrößert werden. Bei einer Nutzung als Konzertsaal wird die Bühne so weit wie möglich vergrößert. Bei Konzerten kommen auch die so genannten „Muppetbalkons“ voll zu ihrer Geltung, Logen, von denen aus die Zuschauer direkt neben der Bühne das Konzert auf der Bühne verfolgen können.

Fakten und Zahlen zum Theater "De Spiegel":

- 850 Sitzplätze bei Theateraufführungen

- 1.000 Sitzplätze bei Konzerten, wobei durch das Anheben der Decke eine zusätzliche Galerie entsteht

- Theatercafé und Theaterrestaurant sind auch durch einen separaten Eingang erreichbar

- Terassen zum Wasser hin und in Richtung Innenstadt

- Ein großer Fahrradkeller ist vorhanden

- Das Be- und Entladen von Teilen des Bühnenbildes und anderer Materialien ist innerhalb des Hauses möglich

- Die Fassade des Theaterturms wurde, angepasst an die Gebäude der Umgebung, in Stein ausgeführt

- Der an seiner runden Form erkennbare Theatersaal wurde mit Titanzink verkleidet.

Die Termine für die Vorstellungen der Saison 2006/2007 stehen natürlich schon. Die Theaterbroschüre für diese Saison ist gedruckt. Es kann also losgehen.

Ich wünsche allen Akteuren mit diesem neuen Theater viel Erfolg und den Besuchern eine ereignisreiche und spannende erste Theatersaison!

Peter Mioch


Links zum Artikel:

Schouwburg Odeon/De Spiegel in Zwolle

Architekturbüro Greiner Van Goor

Ingenieurbüro Peutz